Pfingsten am Kanal – 23.05.2021

Das verlängerte Pfingstwochenende liegt hinter uns. Es war wieder mal sehr windig und teilweise sehr verregnet.
Wir waren am Sonntag trotzdem am Kanal zum angeln. Dieses Mal haben wir uns den Wesel-Datteln-Kanal zwischen Dattelner und Ahsener Schleuse ausgesucht. Die Strecke heißt bei uns im Volksmund „bei Benterbusch“.

Hier finden normalerweise unsere Vereinsaktivitäten statt, darum wollten wir es dort mal wieder ausprobieren. Katharina ging wie gewohnt mit Ihrer Bolorute und der Stippe auf Rotaugenjagd.

Die Kanalstrecke hat zwei Besonderheiten:
Zum Einen haben wir hier viel Schiffsverkehr, auch Sonntags, und man befindet sich auf einem ca. 2,5km langen Stück zwischen zwei Schleusen. Durch das viele Schleusen in beide Richtungen haben wir eine starke Strömung die regelmässig die Richtung wechselt – mal bergauf Richtung Datteln und mal talwärts Richtung Ahsen oder ganz simpel: mal strömt das Wasser nach Rechts und mal nach Links.
Zum anderen liegt die Spundwand-Seite unterhalb des Leinenpfads, am Ende eines Hangs. Der Platz ist also stark begrenzt, wir sitzen quasi direkt auf der Spundwand. Durch den Hang sitzt man bei Westwind aber im Windschatten – so auch am Sonntag, was uns natürlich sehr gelegen kam. Wir saßen dort ganz in Ruhe während über uns der Wind durch die Bäume pfiff.
Das war echt angenehm – zwischendurch gab es immer wieder Sonne, es blieb trocken. Man könnte fast vom gutem Wetter sprechen.

Bisher habe ich dort auch immer mit der Bolo-Rute, Stipprute oder Grundmontage geangelt. Am Sonntag wollte ich was Neues ausprobieren.
Wir sitzen dort immer auf der Spundwand und angeln in 6-8m Entfernung an der Fahrrinne während gegenüber eine schöne Steinpackung mit überhängenden Büschen das Ufer säumt. Meiner Meinung nach ist die andere Seite wesentlich interessanter, wenn auch schwerer zu befischen.

Also habe ich mir überlegt mit einem Futterkorb am Fuss der Steinpackung zu feedern. Wenn man ein paar Dinge berücksichtigt sollte das möglich sein.
Man sollte sich natürlich einen Punkt aussuchen, den man immer wieder anwirft – also immer die gleiche Richtung und immer die gleiche Entfernung. Der Schnurclip ist hier empfehlenswert.
Ausserdem muss der richtige Futterkorb im richtigen Gewicht gewählt werden. Ich verwende normalerweise gerne Speedkörbe die eine runde Form haben und das Gewicht am Ende zentriert. Die sind hier überhaupt nicht nutzbar, da die Körbe durch die Form nicht liegen bleiben. Ich habe dann einen eckigen Korb mit einem Gewicht, das flach auf einer der Seiten liegt genommen. Ein Gewicht um die 60 Gramm muss es hier schon sein, um der Strömung einigermaßen Stand halten zu können.
Damit kam ich ganz gut zurecht. Abrisse gab es leider trotzdem, die lassen sich da nicht vermeiden. So habe ich leider zwei Futterkörbe verloren.
Da ich meine Montage auf der anderen Seite des Kanals anbot, musste ich stark auf den Schiffsverkehr achten. Wenn sich von rechts oder links ein Boot näherte musste ich einholen. Da man beim Feedern aber eh immer wieder einholt, neu bestückt und wieder auswirft, war das kein Problem.

Als zweite Rute habe ich meine Bolo-Rute mit einer Posenmontage ausgeworfen. Damit habe ich einen Meter über Grund einen schönen Tauwurm angeboten. So hatte ich auf ein paar Barsche gehofft.
Geht man mit so einem Wurm zu tief runter, hat man ruck zuck ein Grundel dran. Durch die Störmung und die Wellen des Schiffsverkehrs sollte mein Tauwurm verführerisch tänzeln. Das war zumindest mein Plan.

Leider hatten wir den ganzen Nachmittag über nicht einen vernünftigen Biss. Grundeln gab es ohne Ende, vor allem bei Katharina die sehr grundnah Maden und Kaster anbot.
Aber einen richtigen Fisch konnten wir nicht überlisten.

Wir gehen davon aus, daß die Fische aktuell mit dem Laichen beschäftigt sind. Dieses Jahr war es Anfangs sehr kalt und wurde nur langsam wärmer. Dadurch hat hat sich alles um zwei, drei Wochen nach hinten verschoben. Das große Fressen nach der Laichzeit bleibt bisher noch aus. Auch bei den Grundeln fiel uns auf, daß wir noch keine Grudeln im pechschwarzen Laichkleid gefangen haben. Die gefangenen Weibchen waren zum Teil auch noch voller Rogen.
Frühere Fänge von Rotaugen und Brassen zeigten auch noch keinen Laichausschlag. Ich glaube die sind aktuell mitten in der Laichphase – dann wird auch nicht gefressen.

Ich kann leider noch nicht sagen, ob die Barsche überhaupt schon aktiv sind. Ich wollte es gerne in der letzten Woche mal testen, aber der Wind kam mir dazwischen.

Dieses Jahr möchte ich mich gerne mehr mit dem Fliegenfischen beschäftigen. Katharina hat mir zu Weihnachten ein Bindeset mit Bindestock geschenkt. Mein Ziel für den Anfang ist das Streamer-Angeln auf Barsche am Kanal.
Dazu habe ich mir eine passende Sink-Schnur für meine Rute besorgt und mich in das Thema eingelesen.
In einem Online-Shop habe ich mir ein Materialset für einen Barschstreamer bestellt. Die dazugehörige Bindeanleitung gibt es bei Youtube. Klar kann man sich auch fertige Streamer kaufen, ich habe auch ein paar, aber wenn ich die Möglichkeit habe eigene Köder zu basteln, will ich das auch unbedingt so ausprobieren.

So habe ich mir dann letzte Woche abends meinen ersten Streamer gebunden. Der ist noch weit weg davon perfekt zu sein, aber für den Anfang bin ich ganz zufrieden. Ich muss diesbezüglich noch viel lernen – Übung macht bekanntlich den Meister. Ich habe erstmal zwei Exemplare gebunden. Das Set ist für ca. 10 Stück ausgelegt also habe ich noch Material für ein paar Exemplare. Ich gebe zu, ich habe beim Binden viel geflucht 😀 Beim Abschlussknoten breche ich mir fast die Finger, ein Dubbing erstellen und Einbinden sieht im Video wesentlich einfacher aus als es ist und beim „Formen des Köpfchens“ mit UV-Kleber habe ich quasi alles verklebt einschließlich des Hakenöhrs und meiner Finger.
Trotz allem kam am Ende etwas dabei raus, was ich als Streamer bezeichnen würde.

Meine ersten selbstgebundenen Streamer


Am Freitag abend nach der Arbeit wollte ich damit zum Kanal zu unserer Barschstecke und den Streamer ausprobieren – aber das Wetter hat leider nicht mitgespielt. So musste das leider noch etwas warten. Eventuell bietet sich nächste Woche eine Gelegenheit. Fronleichnam ist bei uns in NRW ein Feiertag und da haben wir aktuell noch keine anderen Pläne 😉

Nächstes Wochenende wollen wir nochmal zum Schrotthafen, wenn das Wetter mitspielt.
Anfang Juni ist auch die Zanderschonzeit vorbei – dann werden wir mal Samstags abend einen Ansitz auf Zander und Aal starten. Da freue ich mich schon drauf. Ich habe mit extra eine Stellfischrute besorgt um einen Köderfisch an der Pose direkt vor der Steinpackung oder an einer Krautkante anzubieten.