Nachtangeln auf Zander und Aal – 05.06.2021

Mit dem Juni kommen nicht nur die angenehmeren Temperaturen, es endet auch die Zanderschonzeit und für uns beginnt damit die Nachtangel-Saison. Statt Sonntag Nachmittag sind wir jetzt wieder vermehrt am Samstag abend am Wasser.

Samstag war es dann endlich wieder soweit und wir zogen zum Wasser, genauer gesagt zum Datteln-Hamm-Kanal in „die Kuhle“. Der Name für diese Angelstelle hat sich bei uns in den letzten Wochen immer mehr etabliert.

Das Wetter war unserer Meinung nach „perfekt“ – das heißt es war angenehm warm, um die 20 Grad. Auch Nachts sollte es nicht kühler werden. Mit dem Ende der Woche zogen bei uns einige Gewitter auf und es regnete öfter. Bis auf wenige, leichte Schauer sollte es trocken bleiben. Es lagen aber Gewitter in der Luft, es war teilweise schwül, vor und nach einem Regenschauer herrlich erfrischend… schwierig das in Worte zu fassen. Zum Angeln super Wetter, gerade die Zander und Aale mögen diese Art Wetter. Regen bringt Sauerstoff ins Wasser und am Ufer wird Nahrung ins Wasser gespült.

Wir waren gegen 16:00 am Angelplatz und bauten erstmal in Ruhe auf. Zelte sind am Kanal nicht erlaubt, wir haben jeder einen einfachen Anglerschirm als Wetterschutz. Bei gutem Wetter „übernachten“ wir quasi unter freiem Himmel – Schlaf ist während so eines Ansitzes eh nicht vorgesehen 😉

Am Anfang habe ich noch auf Friedfische gefeedert, hatte aber keinen Biss auf meinen angeköderten Mais. Parallel dazu habe ich mit meiner 5 Meter Stipprute Köderfische gefangen. Ukeleien (Lauben) und Rotaugen zwischen 6 und 10 cm Länge. Das lief im flachen Bereich vor der Krautkante ganz gut. Schnell kam so eine Handvoll Köfis zusammen.

Katharina konnte in der selben Zeit auf Ihre Stipprute nichts fangen. Sie saß vor einem Loch im Kraut, das sie mit der Bolo- und Stipprute problemlos erreichen konnte. Egal, ich hatte genug Köderfische für beide. Ein paar Grundeln ließen sich eh nicht vermeiden, die sind auch immer gut als Köder geeignet.

Mit Einbruch der Dämmerung bereiteten wir unsere Köderfisch-Ruten vor. Gegen Abend trauten wir uns auch mit Würmer zu angeln, dazu muss man aber warten bis die Grundeln sich zurückziehen, sonst hat kein Wurm eine Chance.

Ich hatte meine neue Stellfisch-Rute dabei und bot ein kleines Rotauge an einer 10g LED-Pose knapp über dem Grund zwischen zwei Krautfeldern an. Genau vor mir ist eine Art Durchgang zwischen dem Kraut. Ich hoffte dass ein Zander auf Futtersuche hier vorbei schauen würde.

Eine Rute mit Köderfisch legte ich mit einem Grundmontage vor der Steinpackung ab. An meiner Feederrute wechselte ich den Friedfisch-Haken gegen einen robusten Wurmhaken und köderte darauf einen kleine Grundel an. Anstatt des Futterkorbs verwendete ich einen verschließbaren Korb, in den ich ein paar Stücke Leber packte. Leber ist ein guter Lockstoff für Aale, so hoffte ich dass ein Aal sich anlocken ließ und meinen Köder fand.

Katharina fischte ähnlich – Bolorute mit Wurm, Grundrute mit Köderfisch weiter raus geworfen und eine Grundrute mit Freilaufmontage, die sie ein paar Meter weiter im knietiefen Wasser direkt vor der Spundwand ablegte.

So warteten wir, immer in der Hoffnung, dass gleich die Pose abtaucht, die Aalglocken bimmelt oder der elektronische Bissanzeiger piept. Es tat sich aber lange Zeit nichts.

Gegen 21 Uhr, es war noch angenehm hell, gab es erstmal eine Stärkung von unserem Picknick-Grill.

Beim Essen fiel mir auf auf, dass die Spitze meiner Feederrute (Grundel) immer wieder zuckle. Nicht stark genug dass die Glocke zu hören war, aber doch ganz leicht immer wieder mal. Ich habe die Rute dann rausgeholt und fand eine große Kesslergrundel am Haken, die sich meine Grundel gegönnt hatte. Das sind die Gesetze der Natur: Große Grundeln fressen kleine Grundeln 🙂

Ich habe die Rute wieder scharf gemacht, dieses Mal aber mit einem Tauwurm… erstmal um zu gucken, wie aktiv die Grundeln noch waren. Die hatten sich aber schon zurückgezogen. Okay, dann konnte das Aalangeln mit Würmern ja losgehen.

Die Nacht zog sich, aber es tat sich nichts… wir saßen bei einem Radler zusammen und unterhielten uns, zockten am Ipad, Katharina häckelte etwas und warteten. Zwischendurch haben wir auch abwechselnd mal ein paar Minuten in unseren Angelstühlen geschlafen.

Gegen 2 Uhr schreckte mich plötzliche der Empfänger unserer Bissanzeiger, der neben mir lag, auf. Anhand der Farbe konnte ich sehen, dass es Katharinas Rute sein müsste… also stand ich auf und fragte rüber „Bist du das?“. Ich bekam nicht sofort eine Antwort, konnte aber sehen, dass Katharina an Ihrer Rute zu Gange war. Ich ging hin um zu gucken… vielleicht hat sie gerade den Köder kontrolliert und die Rute jetzt wieder in den Bissanzeiger abgelegt. Plötzlich piepte der Bissanzeiger wieder, ein durchgehender, langezogener Piepton…. das war ein guter Biss. Was auch immer am anderen Ende war, es nahm Schnur. Katharina nahm die Rute, schlug an und sagte das magische Wort „Fisch“ 🙂 Es war nicht nötig, dass zu betonen… die Rute bog sich sichtlich Richtung Wasser. Ich schnappte mir den Kescher und ging an Katharina vorbei auf die Spundwand um den Fisch zu keschern, sobald Katharina ihn in Reichweite gebracht hätte. Und tatsächlich kam im roten Schein unserer Kopflampe ein Aal zum Vorschein, der sich heftig zu wehren versuchte. Nach zwei, drei Versuchen mit dem Kescher konnten wir den Aal sicher landen. Ich war mit sicher, daß ist schon wieder ein richtig dicker… okay, beim Messen kam dann die Ernüchterung: doch nur 71cm 🙂

71cm sind richtig gut für einen Aal. Katharina hat allerdings bisher nur zwei Aale gefangen… 71cm am Wochenende und 80cm letztes Jahr im August. Aale kann sie 🙂 Wenn ich mir überlegen wieviele Aale ich schon zurückgesetzt habe, weil sie untermaßig waren. Naja, darum hat sie ja auch den Aal-Pokal von 2020 beim Raubfisch-Nachtangeln vom Verein gewonnen.

Ein toller Fang! Und wieder auf die gleiche Rute, wie den ersten Aal. Seit dem ersten Fisch ist das ihre Aal-Rute. Eine alte Teleskop-Rute für unter 20 Euro, Hausmarke des örtlichen Angel-Discounters… aber Katharina fängt damit zuverlässig große Aale.

Nachdem der Fisch versorgt war, wurde die Rute neu beködert und kam wieder an den gleichen Platz. Leider sind die Fotos in der Nacht nichts geworden, wir haben darum nochmal ein paar Fotos bei Tageslicht gemacht.

Leider tat sich in der Nacht nichts mehr. Gegen 5 Uhr ging die Sonne auf und es wurde langsam wieder hell. Zeit für einen Kaffee und ein paar aufgewärmte Reste zum stärken.

Nachdem die Grundeln auch wieder aktiver wurden, habe ich meine Feederrute wieder mit einem regulären Futterkorb mit Futter und einem Friedfischhaken mit einem Maiskorn versehen. Vielleicht beisst ja noch ein Rotauge…

Und das tat es am Ende auch… wir tranken gerade unseren Kaffee und ich machte ein paar Fotos, als meine Rute ausschlug. Die ganze Rute setzte sich in Bewegung, so heftig war der Biss. Ich schlug an und merkte sofort den Widerstand.

Ich hatte ein Rotauge gefangen… anscheinend einen kleinen Kämpfer. Der Biss und der anschließende Drill ließen mich erst auf einen größeren Fisch hoffen.

Ein toller Abschluss. So kam ich nach meinen Köderfischen auch noch auf einen guten Fang.

Etwas müde machten wir uns dann gegen 8 Uhr auf den Weg nach hause – dort ging es erstmal auf die Couch, ein bisschen Schlaf nachholen. Anschließend wurde das Auto ausgeräumt, alles wieder verstaut… und der Plan für das Wochenende geschmiedet.

Die Stelle „In der Kuhle“ ist schön, aber wir konnten unserer langen Ruten nicht so ausspielen wie wir es gerne wollten. Ausserdem sitzen wir so immer getrennt, was auf Dauer auch irgendwie unschön ist. Wir haben da schon eine Idee wo es hingehen könnte. Aber dazu mehr im nächsten Beitrag.

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